Gedächtnisleistung

Mit zunehmendem Alter klagen wir häufig über ein nachlassendes Gedächtnis und mangelnde Aufmerksamkeit. Es bestehen vor allem Schwierigkeiten beim Einprägen neuer Informationen. Dies stellt einen Teil des normalen Alterungsprozesses und dar und ist individuell ganz unterschiedlich. Die Ursachen dafür sind noch nicht ausreichend erforscht.

Es kann sich dabei um eine Anpassung an neue Aufgaben handeln, die das Gedächtnis in den verschiedenen Lebensabschnitten erfüllen muss. Kleine Kinder müssen sehr schnell sehr viel Neues und Lebenserhaltendes lernen. In der Schul- und Studienzeit wird es vorrangig sein, möglichst große Speicherkapazitäten zu haben, um das Gelernte auch jederzeit abrufen zu können.

Im weiteren Lebensverlauf kommen zu dem erlernten Wissen Erfahrungen dazu. Um diese entsprechend einordnen zu können, werden Filter aktiviert um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Das Gedächtnis nutzt die Lebenserfahrung, Umwelt, Biografie jedes einzelnen, um die Fülle der in jeder Sekunde einströmenden Eindrücke zu sortieren und auszuwählen.

krankhafter Gedächtnisschwund

Mit höherem Lebensalter kann es allerdings auch zu krankhaften Störungen des Gedächtnisses und des Denkens kommen, zur sogenannten Demenz. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Auch andere Abbauprozesse im Gehirn (wie bei Parkinson- oder Huntington-Patienten oder Gehirninfarkte und Stoffwechselstörungen) können zu krankhaften Hirnleistungsstörungen führen. Doch nicht jeder Mensch wird mit fortschreitendem Alter dement.

Auch Depressionen können Ursache für den krankhaften Gedächtnisverlust im Alter sein. Im Unterschied zu Alzheimer ist dieser Gedächtnisverlust umkehrbar; verschwinden die Depressionen, beispielsweise durch eine Psychotherapie, dann verbessert sich auch die Gedächtnisleistungen wieder.

Vergessenskurve

Wir lernen etwas und prägen es uns mühsam ein, wiederholen es so lange bis wir es wirklich können und trotzdem ist das Erlernte nicht endgültig abgespeichert. Wenn wir nach einer halben Stunde den Inhalt überprüfen, so wird die Hälfte davon wieder weg sein. Am nächsten Tag ist dann noch weniger davon erhalten usw. Wenn wir nun das Ganze liegen lassen, nach einiger Zeit den Lernstoff wieder hernehmen und erneut durcharbeiten wird zwar wieder einiges verschwinden, aber mit der Zeit - beim ständigen Wiederholen dieser Übung - wird der Großteil haften bleiben und für uns bei Bedarf abrufbar. Die Phasen zwischen den einzelnen Wiederholungen werden dabei immer länger werden.

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