Bewegung im Alter

Kennt nicht jeder von uns das Sprichwort "Wer rastet, der rostet"?

Gerade mit zunehmendem Alter können die unterschiedlichsten körperlichen und/oder gesundheitlichen "Problemchens" auftreten. Diese veranlassen uns dann oftmals dazu, uns selbst in unseren Tätigkeiten einzuschränken. Das allerdings hat wieder zur Folge, dass wir weniger leistungsfähig werden, weniger ausdauernd und beim Heben einer Einkaufstasche Rückenschmerzen auftreten. Dadurch fühlen wir uns gezwungen, noch weiter "zurückzuschalten" ins unserer Gangart. - Wie Sie sehen, ein Teufelskreis.

Daher ist es gerade für ältere Menschen wichtig, darauf zu achten, fit zu bleiben und Bewegung zu machen. Diese Dinge sind von enormer Bedeutung für die Erhaltung der Selbständigkeit und vor allem der Lebensqualität.

Bereits ab dem 25. Lebensjahr (!!!) beginnt der altersbedingte Abbau der Knochen- und Muskelmasse. Also heißt es, zeitgerecht gegenzusteuern. Aber keine Bange, wenn Sie nicht schon in jungen Jahren damit begonnen haben, denn für den Beginn ist es NIE zu spät. Die verschiedensten Studien belegen, dass selbst im vierten und fünften Lebensjahrzehnt und auch noch darüber hier wieder sehr viel verbessert werden kann, was sich an Problemen eingestellt hat. Ein Beispiel dafür ist etwa die Knochendichte, die durch regelmäßige Bewegung und Sport wieder erhöht werden kann.

Vielleicht sagen Sie sich jetzt zurecht, dass Sie sich ohnehin ausreichend bewegen, wenn Sie z. B. Hausarbeit verrichten, Gartenarbeit machen, regelmäßig spazieren gehen, usw. Allerdings besteht bei all diesen Tätigkeiten die große Gefahr, dass sich bestimmte Bewegungsabläufe über Jahrzehnte hinweg automatisiert haben - auch eine schlechte Haltung. Dadurch entstehen Verspannungen, die sich nicht nur auf die Muskulatur, also den aktiven Bewegungsapparat, sondern auch auf das Skelett, den passiven Bewegungsapparat auswirken. Bandscheibenprobleme, Fehlhaltungen und damit verbunden oft auch Herz- Kreislaufprobleme bleiben nicht aus.

Ziel des Senioren-Gesundheitstrainings ist daher, eine andere Form der Bewegung zu finden, die Spass macht und die fit hält. - Als Ausgleich für das Alltägliche.

Bevor Sie allerdings damit beginnen, in ihren täglichen Tagesablauf bestimmte Trainingseinheiten einzubauen, sollten Sie vom Arzt/Ärztin ihre Belastbarkeit und ihre Risikofaktoren abklären lassen.

Fürs erste werden Sie wahrscheinlich schon innerhalb kürzester Zeit einen Unterschied merken, wenn Sie statt mit dem Lift zu fahren die Treppe nehmen, statt mit dem Auto die Zeitung zu holen zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren oder wenn Sie morgens nach dem Aufstehen bei offenem Fenster ihren Körper bewußt dehnen und strecken und ein paar Atemübungen machen.

Ausdauer

Die Ausdauer zu trainieren stärkt Ihre Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum bewegen zu können ohne gleich zu ermüden. Durch die Bewegung - auch die langsame - wird mehr Sauerstoff aufgenommen und über das Blut in sämtliche Zellen des Körpers transportiert.

Das bedeutet, dass die inneren Organe besser durchblutet werden, ebenso wie das Gehirn. Dadurch wird deren Leistungsfähigkeit gestärkt. Durch die höhere Sauerstoffsättigung des Blutes wird dieses weitaus leichter transportiert und Ihr Herz dadurch entlastet. Wenn ich mir hier einen ganz groben Vergleich erlauben darf: Überlegen Sie, was passiert, wenn Sie versuchen, durch eine Leitung Schlamm zu pumpen. Sie wird mit der Zeit verstopfen. Wenn Sie reines Wasser durchpumpen, werden keine Probleme auftreten, bzw. erst sehr, sehr viel später.....

Aber nicht nur die Organe, sondern auch die Muskulatur wird besser durchblutet, sie wird weicher und Verspannungen lösen sich. Das heißt, Sie werden auch beweglicher.

All diese Faktoren spielen zusammen wenn Sie an den Begriff der Lebensqualität denken: bessere Organfunktionen, höhere Beweglichkeit, bessere Durchblutung, usw. Sind das nicht ausreichend Gründe, um zusätzliche Bewegungseinheiten zu den alltäglichen einzufügen oder manche Dinge einfach nur ANDERS anzugehen?

Mit entsprechender Anleitung ist es auch noch - selbst im hohen Alter - möglich, Verbesserungen zu bewirken. Wichtig ist lediglich, vorher mit Ihrem Arzt Rücksprache zu halten und die Geduld aufzubringen, Ihre Leistung nur langsam zu steigern. Alles andere wäre nicht zielführend, sondern würde lediglich zu einem Rückschlag führen. Das Programm muß für Sie persönlich passen und abgestimmt sein.

Kraft

Eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität des Bewegungsapparates, etwa für die Wirbelsäule, ist eine kräftige Muskulatur.

Das bedeutet nun nicht, dass Sie Muskelpakete antrainieren sollen wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Jahren. Es bedeutet vielmehr, dass Sie ihre Muskeln, vor allem die Hauptmuskelgruppen so schulen sollen, dass sie in ihren angestammten Funktionen nicht eingeschränkt werden. Das bedeutet, dass Sie weiterhin Kraft haben, Ihren Einkauf allein und problemlos nach Hause zu tragen, dass Sie die Gartenarbeit auch weiterhin selbst verrichten können, dass Ihre Beine Sie auch weiterhin problemlos dahin führen wo Sie hinwollen, und viele Tätigkeiten mehr.

Auch im Krafttraining geht es daher in erster Linie um die Erhaltung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität. Ich bewundere zutiefst jene Menschen, die es mit regelmäßiger "sportlicher" Tätigkeit schaffen, selbst in hohem Alter noch körperlich und geistig fit zu sein und das Leben genießen zu können.

doch auch hier gilt: Rücksprache mit dem Arzt! Besonders vorteilhaft ist hier natürlich, wenn eine Zusammenarbeit möglich ist. Denn wie heißt es so schön in der "Bürgschaft"? "Ich sei, gewähret mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte!"

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