Stress

Ursprünglich stammt diese Bezeichnung aus der Physik in Bezug auf Druck und Verzerrung von Metallen und Glas. Beim Menschen ist er eine Reaktion des Organismus auf bestimmte Reize, sogenannte Stressoren.

Dies können natürlich auch durchaus angenehme Reize sein, wie z. B. eine Situation, die eine neue und spannende Herausforderung darstellt oder wie besonders große Freude. In solchen Situationen hat man das Gefühl, dem allen gewachsen zu sein. In diesem Fall bewirkt er auch eine Stärkung des Immunsystems, er fördert die Kreativität und dient der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben. Diese Art von Stress ist also durchaus positiv und gesundheitsfördernd (EU-Stress).

Nur, dort wo Licht ist, ist auch Schatten!

Die andere, die negative Form des Stress (DI-Stress) ist jene, die uns krank macht - physisch und psychisch. Sie wird hervorgerufen durch Überlastung, Überforderung oder auch Unterforderung. Bleiben diese Faktoren ständig da, so entsteht eine chronische Stressbelastung, ein kontinuierlicher Erregungszustand, dem keine Erholungsphase folgt.

Da heißt es doch immer, "na Dir geht's gut, Du hast Zeit und kannst machen, was Du gerade willst". Doch, Hand aufs Herz, ist das wirklich so?

Wo können die Stressfaktoren im Berufsleben liegen?

  • Sie haben Angst um ihren Arbeitsplatz, weil jüngere Arbeitnehmer/innen bevorzugt werden.
  • Sie fühlen sich überfordert, weil Ihr Gesundheitszustand Sie einschränkt.
  • Sie fühlen sich unterfordert, weil man Ihnen nur mehr nebensächliche Arbeit zuteilt.
  • Sie werden gemobbt.
  • Sie haben familiäre Verpflichtungen, die sich mit dem Beruf nur mehr sehr schwer in Einklang bringen lassen.
  • Sie stehen unter Termindruck.
  • Es werden von Ihnen Entscheidungen gefordert, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Ihnen zugestanden wird.
  • Sie haben Schlafprobleme, was sich auf Ihre Leistungssituation auswirkt.
  • Sie haben zu wenig Freizeit.
  • Oder Sie haben zu wenig Möglichkeiten, Ihre Freizeit selbst zu gestalten.
  • Umweltfaktoren
  • Arbeitsbedingungen generell
  • ..... - Die Liste kann wahrscheinlich noch endlos fortgesetzt werden.

Und nun sind Sie vielleicht schon in Pension. Wo können hier nun die Stressfaktoren auftreten?

  • Bedeutet es vielleicht Stress für Sie, dass Sie nicht mehr gebraucht werden?
  • Ist die Umstellung vielleicht zu rasch gegangen?
  • Haben Sie das Gefühl, abgeschoben zu sein?
  • Dinge, die Sie früher nicht bemerkt haben, weil Sie berufstätig waren, werden nun plötzlich zur Belastung.
  • Der Wegfall des "Müssens" kann ebenfalls ein solcher Auslöser sein.
  • Sie versuchen, nun alle jene Dinge zu tun, für die Sie früher keine Zeit gefunden haben.
  • Vielleicht stellen sich plötzlich körperliche Beschwerden ein.
  • Finanzielle Probleme können auftreten.
  • Es hat Ihnen jemand eine Kränkung zugefügt.
  • Familiäre Probleme bekommen Sie nun hautnah zu spüren.
  • Man will Ihre Hilfe nicht annehmen und Sie fühlen sich ausgeschlossen.
  • ..... - Auch hier kann man die Liste wahrscheinlich noch beliebig lang fortsetzen.

Eines ist sicher, Ihre persönlichen Stressfaktoren sollten Sie herausfinden, um auch wirksam dagegen anzutreten.

Burnout

Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort "ausgebrannt" sein. Dabei handelt es sich um einen Zustand chronischer Erschöpfung. Zumeist ist es so, dass sich der/die Betroffene in sich zurückzieht ohne eventuelle Hilfe von aussen anzunehmen.

Es tritt dann ein, wenn der Körper und der Geist nicht mehr die Möglichkeit der Erholung bekommen und ständig in "Alarmbereitschaft" bleiben.

In der Anfangsphase ist oft ein vermehrtes Engagement für bestimmte Ziele bemerkbar, man verzichtet bewußt auf Erholungsphasen, macht das Problem zum Hauptinhalt seines Lebens. Eine gewisse Hyperaktivität ist zu bemerken, über die man sich selbst häufig vergißt und in den Hintergrund stellt. Die ersten Anzeichen können sich dann in Schlafstörungen, chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Drehschwindel, Frustrationshandlungen (Essen, Alkohol, Nikotin,...), Kopfschmerzen, usw. bemerkbar machen. Auch Aggressionsverhalten - ausgelöst durch eine Depression - kann eines der Symptome sein. Die eigenen Bedürfnisse werden nicht mehr beachtet und Misserfolge verdrängt.

Gerade in dieser ersten Phase zieht man sich dann häufig zurück und verliert seine sozialen Kontakte. - Dies aber löst abermals Stress aus, wenn man sich dadurch einsam fühlt. Man wird in einem Teufelskreis gefangen.

Besonders häufig trifft man auf diese Symptome bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte bzw. bei Angehörigen helfender und pflegender Berufe und auch bei Menschen, die ihr Selbstwertgefühl überwiegend über ihre Leistung definieren: "Ich kann Dir nicht mehr helfen, weil ich krank bin". Aber auch bei Perfektionisten und bei Menschen mit einem übersteigerten Harmoniebedürfnis.

Die körperlichen Beschwerden führen in weiterer Folge bis zu wirklich schwerwiegenden Erkrankungen, die auf den gesamten Organismus übergreifen können. Sind Sie bereits in einem solchen Teufelskreis gefangen, sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

als ersten Schritt, bzw. zur eigenen Überprüfung können Sie vielleicht auch einmal eine Liste zusammenstellen, in der Sie Ihre persönlichen Stresssituationen eintragen und gleichzeitig dazuschreiben, in welcher Form Sie gegensteuern können.

Möglichkeiten der Stressbewältigung

  • Informieren Sie sich so intensiv wie möglich.
  • Delegieren Sie Arbeitsaufgaben.
  • Verändern Sie Ihr Zeitmanagement.
  • Besuchen Sie Fortbildungsveranstaltungen.
  • Lernen Sie NEIN zu sagen.
  • Suchen Sie Unterstützung und nehmen Sie diese auch an.
  • Suchen Sie professionelle Hilfe auf.
  • Strukturieren Sie Ihre Aufgaben und setzen Sie Prioritäten.
  • Überprüfen Sie Ihren eigenen Perfektionismus.
  • Akzeptieren Sie Ihre Leistungsgrenzen.
  • Überdenken Sie Bewertungen.
  • Suchen Sie sich Entspannungsmethoden und -techniken.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie sich nicht ein Hobby suchen können.
  • Machen Sie möglichst viel Bewegung.
  • usw., usw., usw.
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